In seinen Arbeiten, Videoinstallationen und Fotografien setzt sich David Claerbout mit der Verschmelzung von Zeit, Raum und Realität auseinander. Als Vorreiter im Bereich der zeitbasierten Medienkunst hat er seit den 1990er Jahren die Grenzen zwischen stillen und bewegten Bildern sowie zwischen analoger und digitaler Ästhetik erkundet. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre poetische und zugleich konzeptuelle Herangehensweise aus, wobei er häufig auf subtile Weise die Wahrnehmung des Betrachters herausfordert, und die Zeitlichkeit des Mediums reflektiert.

David Claerbout visualisiert seine neuen Videoarbeiten oft durch Einzelszenenzeichnungen, wie bei dieser Skizze für „The Close“ aus dem Jahr 2022. „The Close“ vereint Rekonstruktionen von Amateuraufnahmen aus den 1920er Jahren mit digitalen 3D-Wiedergaben. Man sieht eine schmale Gasse in den frühen Morgenstunden, belebt von Passanten und spielenden Kindern. Während ein Junge fokussiert wird, wechselt der Film von analog zu digital und dabei wird die Szenerie mit Arvo Pärts „Da pacem Domine“ untermalt. Claerbout schafft so eine sinnliche Verbindung von Vergangenem und Neuem, die die Auswirkungen der Virtualisierung auf unsere Sinne reflektiert.

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DAVID CLAERBOUT
*1969, lebt und arbeitet in Antwerpen + Berlin

The Close (Charcoal Future), 2022
Tusche, Acryl, Gouache, Bleistift auf Papier
67 x 80cm

11.300 € inkl. MwSt.

Eingeliefert von Galerie Rüdiger Schöttle
Mit Dank an den Künstler

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