Die Poppies entstanden aus Reusses 1982 angelegten Kryptoaktionen bei denen es um das aktionistische Hervormalen von Fotos ging. Mit Hilfe von chemischen Prozessen konnten seine zuvor entwickelten Fotos unsichtbar gemacht und bei Tageslicht wieder hervorgearbeitet werden. Dabei handelt es sich um einen chemischen Reaktivierungsprozess der dazu diente, die Fotografie im Rahmen einer Aktion/Performance in einen malerischen Prozess zu transformieren.

In der Werkgruppe Poppies griff Reusse zwischen 2012-2017 noch einmal auf dieses Verfahren zurück und über mehrere Tage dokumentierte er mit der Kamera Pflanzen von ihrer Blüte bis zu ihrem Verfall. Durch die anschließend chemische Bearbeitung der Fotos entwickeln die Poppies in ihren verwelkenden Zustand eine morbide Schönheit – ein kurzes Aufblühen vor dem Verfall.

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STEPHAN REUSSE
*1954, lebt und arbeitet in Köln

Poppy, 2017
Fotografie/Plexiglas
90 x 90 cm

12.000 € inkl. MwSt.

Eingeliefert von Galerie Carol Johnssen
Mit Dank an den Künstler

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