Freitag, 06. Juli, um 11 Uhr, Haus der Kunst

Das eintägige Symposium geht den verschiedenen Formen feministischer Kunstpraxis nach, die sich zwischen 1960 und 1980 in Mittel- und Südamerika entwickelt haben, und plädiert für eine Neueinschätzung und -bewertung der Vorstellung einer „Dritten Welt“ durch die Erforschung der Historiographie von Ausstellungen sowie künstlerischen und politischen Aktionen innerhalb des symbolischen Rahmens des Feminismus. Ausgehend von der Bandung Conference 1955 und der darauffolgenden Entstehung der Blockfreien-Bewegung hat sich das Verständnis der „Dritten Welt“ verschoben: von der Bezeichnung für eine politische Position, die sowohl im kapitalistischen Westen als auch im kommunistischen Osten zu Hause war, zu einer Identifikation der kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen sogenannter ‚unterentwickelter‘ Länder – ein Standpunkt, der wiederum zu einer falschen, homogenisierenden Auffassung von einer „Dritten Welt“ führte.

Samstag, 23. Juni, 11 Uhr, Haus der Kunst

Obwohl er schon vor über dreißig Jahren erschienen ist, bleibt Donna Haraways bahnbrechender Aufsatz A Cyborg Manifesto (1984) ein Schlüsselwerk für künstlerische Recherche. Bei dem eintägigen Symposium The (After)life of the Cyborg: On the past, present, and future of human-machine interactions im Haus der Kunst diskutieren KünstlerInnen und TheoretikerInnen die Relevanz des Cyborgs in der heutigen Gesellschaft. Während technologische Fortschritte in Robotik, künstlicher Intelligenz und Augmented/Virtual Reality den Cyborg als eine sehr realistische Perspektive erscheinen lassen, ist die Gesellschaftsutopie einer neuen Art der Subjektivität, wie Haraway sie visioniert hat, die für eine größere Durchlässigkeit der festgesetzten Binaritäten Mann/Frau, Selbst/Anderer, Natur/Kultur plädierte, bis heute nicht realisiert.

Symposium mit Cécile B. Evans (Künstlerin (London)), Francesca Ferrando (Philosophin des Posthumanismus (New York Universität) und Lili Reynaud-Dewar (Künstlerin (Grenoble)).

Samstag, 09. Juni, 13 Uhr, Haus der Kunst

Trotz der Fortentwicklung digitaler Technologien, die sie ständig zu verflachen, zu reproduzieren und zu fragmentieren versuchen, widerstehen menschliche Körper immer noch jedem Versuch, sie ihres physischen Reizes zu berauben. In einer Gesellschaft, in der Massen von Informationen, fundiert oder fake, andauernd über unzählige immaterielle Kanäle verbreitet werden, werden die Materialität des menschlichen Körpers und die instinktive Unmittelbarkeit seiner Bedürfnisse immer wichtiger. Die Ausstellung “Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion” vereint eine Reihe jüngerer internationaler Künstlerinnen und Künstler, die diese Affirmation des Körpers als Resonanzraum für politische und gesellschaftliche Wirklichkeiten kritisch untersuchen.